10. Dezember 2007...2:12

Ustaša-Funktionär Ivo Rojnica in Argentinien verstorben

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Zu der Forderung den in Argentinien untergetauchten Ustaša-Funktionär und NS-Kollaborateur Ivo ‘Juan’ Rojnica [*1915-†01.12.2007] vor ein Gericht zu bringen, wird es nicht mehr kommen. Rojnica verstarb am 1. Dezember 2007 im Alter von 92 Jahren in Argentinien. Trotz zweijäriger Bemühungen des “Simon-Wiesenthal-Centre” den Kriegsverbrecher Rojnica zur Verantwortung zu ziehen, wurde weder Anklage gegen ihn erhoben, noch um die Auslieferung Rojnicas gebeten, obwohl die Bereitschaft der argentinischen Behörden hierzu ausdrücklich vorlag. Wie die european jewish press” berichtet, liegt das Versäumnis offenbar bei der kroatischen Justiz.

Während des zweiten Weltkrieges war Rojnica Kommandant der kroatisch-fachistischen Ustaša-Bewegung in Dubrovnik an der Adria. Wie von ihm persönlich unterzeichnete Dokumente belegen, verbietet Rojnica es den Serben und Juden der Stadt Dubrovnik 1941 nach 19 Uhr die Straße zu betreten oder ihre Geschäfte zu öffnen. Laut Sergio Widder vom “Simon-Wiesenthal-Centre” in Latainamerika hat Rojnica eine aktive Rolle bei der Verfolgung und Entrechtung von Serben, Juden, Roma und Oppositionellen gespielt, Exekutionen durchgeführt und Menschen in Konzentrationslager deportieren lassen. Wie aus einem Dokument des “British War Office” deutlich wird, welches in Ansätzen Auskunft über die Verbrechen Rojnicas gibt, widmete sich dieser in SS-Uniform der Aufgabe, die so genannte Perle der Adria “von verdächtigen Elementen und Juden” zu säubern.

Bereits 1947 forderte Großbritannien die jugoslawische Regierung zur Festnahme Rojnicas auf und fügte dem Schreiben eine Namensliste von etwa 50 Menschen bei, die in seinem Auftrag verhaftet, gefoltert oder deportiert wurden. Unter dem Alias-Namen Ivan Rajčinović war er jedoch bereits per Schiff nach Argentinien geflohen und lebte seither – nur 300 Meter entfernt von der Residenz des Präsidenten ["quinta presidencial de Olivos"] – in einem luxeriösen Anwesen in Vicenté López, einem Vorort von Buenos Aires. Er erhielt die argentinische Staatsbürgerschaft, nahm schnell die Führungsposition der lokalen kroatischen Gemeinde ein und gründete das kroatisch-lateinamerikanischen Kulturinstitut ["Instituto Croata Latinoamericano de Cultura"]. In der 1990er Jahren wollte der frühere kroatische Präsident Franjo Tuđjman – selbst glühender Nationalist, Antisemit und Geschichtsrevisionist – Rojnica zum Posten des kroatischen Botschafters in Argentinien verhelfen, musste sein Vorhaben jedoch aufgrund internationaler Proteste zurücknehmen. Rojnica – von der kroatischen Regierung stets als staatstragende Figur gerühmt – finanzierte die Zagreber Zeitschrift “Studia Croatica” und wurde für sein tatkräftiges Engagement für das Ansehen Kroations in Südamerika augezeichnet.

Wie das “Argentinische Tageblatt” Ende des letzten Jahres berichtete, hat der TV-Sender “Telenueve” Rojnica 90jährig in Argentinien aufgespürt und mit seinen Verbrechen konfrontiert. Bis zu seinem Tod, war er sich keiner Schuld bewusst. Gegenüber “Telenueve” hatte er uneinsichtig zu verstehen gegeben: “Wenn der Kampf für die Unabhängigkeit Kraotiens ein Verbrechen ist, na dann, nennen Sie es ein Verbrechen.”

Rojnica Dok Ivo Rojnica

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